Die fünf Bausteine eines produktiven Agenten
Ein Agent besteht nicht nur aus einem Sprachmodell. Er benötigt eine Rolle und ein Ziel, freigegebene Informationsquellen, Werkzeuge für konkrete Aktionen, einen begrenzten Arbeits- oder Langzeitspeicher sowie Regeln für Kontrolle und Eskalation.
Das Modell interpretiert Sprache und plant den nächsten Schritt. Die Werkzeuge führen deterministische Aktionen aus. Guardrails prüfen Eingaben, Berechtigungen und Ausgaben. Ein Protokoll hält fest, was wann mit welcher Version geschehen ist.
- Ziel und Rolle
- Quellen und Kontext
- Werkzeuge und Rechte
- Speicher und Status
- Kontrollen, Logs und Übergaben
Ein Beispiel aus dem Apothekenalltag
Eine Person fragt online nach einem Beratungstermin. Der Agent erkennt das Anliegen, prüft Pflichtfelder und Einwilligung, sucht einen freien Zeitkorridor und legt nach Bestätigung einen Vorgang im CRM an. Bei fehlenden Angaben fragt er nach; bei einem medizinischen Anliegen stoppt er und übergibt an die Apotheke.
Das Beispiel zeigt: Die Intelligenz liegt nicht nur in der Formulierung. Wert entsteht aus dem Zusammenspiel von Regeln, Schnittstellen, Datenqualität und einem fachlich sinnvollen Übergabepunkt.
Autonomie ist eine einstellbare Eigenschaft
Ein Agent muss nicht selbstständig alles entscheiden. Er kann nur vorbereiten, vor jeder Aktion eine Freigabe verlangen oder klar definierte risikoarme Schritte automatisch ausführen. Je sensibler Daten und Folgen, desto enger sollten Werkzeuge und Freigaben sein.
Für den Einstieg empfehlen wir wenig Autonomie und hohe Beobachtbarkeit. Wenn Testfälle, Nutzung und Fehlerbilder verstanden sind, können einzelne Freigaben bewusst vereinfacht werden.
